Ich verstehe nicht, warum die Leute Angst vor neuen Ideen haben.
Ich habe Angst vor den alten.
John Cage
Herzlich willkommen bei der Literaturagentur erzähl:perspektive
1.3.2010 – Endlich! Nachdem wir uns ein paar Monate so richtig warm anziehen mussten, kommt er nun mit Macht, der Frühling. Höchste Zeit für einen gründlichen Frühjahrsputz, auch bei uns. Diesmal nach dem bewährten Neun-Punkte-Programm, das selbst mitgenommene Literaturagenten in Windeseile wie neu aussehen lässt:
1 | Binden Sie Ihren Lebenspartner noch mehr mit ein – notfalls, indem Sie ihn zum Teilhaber machen. Arbeiten Sie künftig nur noch halb so viel und sagen Sie öfter mal: Du schaffst das schon, mein Schatz!
2 | Ändern Sie die Gesellschaftsform und bringen Sie Ihre Mitmenschen auf Trab – schon eine winzige neue Steuernummer und der damit verbundene Behördenkram halten Ihre Finanzbeamten fit, sodass sie Ihnen noch lange Jahre Freude bereiten.
3 | Stellen Sie Technik und Buchhaltung um und genießen Sie das umwerfende Gefühl, das drei Kilogramm Adrenalin in Ihnen auslösen, wenn’s nicht gleich auf Anhieb klappt.
4 | Machen Sie öfter mal was Verrücktes. Vermitteln Sie zum Beispiel ein Buch, das noch gar nicht existiert und das Sie eigentlich nur so „halb“ unter Vertrag haben, an einen Lektor, der es zunächst gar nicht haben möchte – und sehen Sie zu, dass Sie danach möglichst schnell von der Bildfläche verschwinden.
5 | Suchen Sie sich neue Freunde: Bereits ein einziger südostgeorgischer Geschäftspartner macht Sie glatt zum Global Player!
6 | Halten Sie mit Ihrer Meinung nicht mehr ständig hinterm Berg. Jemanden als „Furunkel am A*** der Gesellschaft“ zu titulieren, kann etwas ungemein Befreiendes haben. Manchmal allerdings auch etwas ungemein Endgültiges. (Falls Sie diese klare Sprache überzeugt: Sie finden das Zitat in einem unserer wunderbaren Manuskripte von Claudia Lampert.)
7 | Gewöhnen Sie sich die arrogante Schutzbehauptung an, dass Sie als Kulturhüter natürlich keinen Kommerz à la Dan Brown machen. Ignorieren Sie beharrlich jeden dezenten Hinweis darauf, dass es sich evtl. auch umgekehrt verhalten könnte.
8 | Was auch immer passiert, verlieren Sie nie den Galgenhumor. Wenn Sie ihn wirklich gar nicht mehr benötigen, können Sie ihn notfalls immer noch auktionieren.
9 | Denken Sie an Rio Reisers Song und suchen auch Sie sich endlich einen Manager. Der erledigt alles Weitere für Sie und gibt Ihnen den Rest.
Wenn Sie dies alles beherzigt haben, betrachten Sie zufrieden Ihr Werk, gönnen Sie sich ein Getränk Ihrer Wahl und lassen Sie ihn kommen: den Jahrhundertsommer. Und den nächsten Bestseller.
Wie immer augenzwinkernd
Ihre erzähl:perspektive
Literaturagentur Michaela Gröner & Klaus Gröner GbR
Was bisher geschah: 2007/2008 +++ 2008/2009
Das Neueste: +++ (31.7.2010) Ein kleines Juli-Update: Zunächst begrüßen wir ganz herzlich Daniela Nagel als neue Autorin bei uns. +++ Bernward Schneiders Krimidebüt "Spittelmarkt" ist soeben erschienen. Glückwunsch! +++ Der Verlag Michel Lafon hat die Frankreichlizenz von Erich Schaakes "Bordeaux, mon amour" (ab September bei List) gekauft. +++ Und schließlich noch ein verspäteter Dank an das Lovelybooks-Team für die 1. Tischkicker-Meisterschaft der Buchbranche. Sportlich hat es für uns zwar nur zum 4. Platz in unserer, ähem!, Vierergruppe gereicht, aber für reichlich Spaß und viele nette Begegnungen mit alten und neuen Bekannten war dennoch gesorgt. Und bis nächstes Jahr wird fleißig trainiert! +++
Das alles und noch viel mehr ... finden Sie in unserer Rubrik Aktuelles oder hier.
*Die Texte dieser Website wurden nicht konsequent „durchgegendert“. Wir bitten, uns dies nachzusehen und wenden uns selbstverständlich gleichermaßen an „Autoren und Autorinnen".
Die erzähl:perspektive solidarisiert sich mit den Zielen der Fairlag-Erklärung des Aktionsbündnisses für faire Verlage.
